Briefe aus der Ferne - Letters from Abroad  Großansicht schließen | close details
 

Ingrid Schaible-Böhm
Titel:
Erich Fried.Wien 1921 - London 1988

2007
Tusche, Lavierte Federzeichnung, Colagierte Fotoelemente
auf Bütten
54 x 79 cm

Zu Leben und Bedeutung Erich Frieds

Geboren 1921 in Wien, großbürgerlicher und jüdischer Herkunft, verlässt er 1938 als Sechzehnjähriger
nach der Besetzung Österreichs durch die Truppen des Hitler-Regimes seine Heimatstadt. London wird sein Domizil und seine Wahlheimat bis zu seinem Tode 1988. Dort arbeitet er zunächst in Emigranten-Hilfsorganisationen und Widerstandsgruppen und veröffentlicht Gedichte in
Exil-Zeitschriften.

Nach dem Krieg wird er nicht nur als politisch wacher Lyriker bekannt, der das internationale politische Geschehen kritisch reflektiert, sondern auch geschätzt als Übersetzer verschiedener englischer Autoren (Dylan Thomas, John R. Synge, T. S. Eliot, John Whiting, John Arden, Steve Gooch)
sowie vieler Dramen von William Shakespeare
in eine zeitgenössische deutsche Sprache.

Trotz vieler Reisen bleibt sein Lebensmittelpunkt London und er baut somit eine literarische Brücke vom
englischen zum deutschen Sprachraum.

Textelemente:
Wir sind aus solchem Stoff,
wie Träume sind,
und unser kleines Leben
umgibt ein Schlaf.
(W. Shakespeare, Der Sturm)

Gedichte
die viel zerstörbarer sind
als Stein
werden vielleicht
mein Haus aus Stein
überdauern
(Erich Fried, Anfang des Gedichts " Vielleicht"; ausgewählt als
Inschrift seines Grabes auf dem Londoner Friedhof Kensal Green)

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